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Dienstag, 16. April 2013

Sporthilfe startet Initiative „Sprungbrett Zukunft“

Berlin - Die Stiftung Deutsche Sporthilfe hat gemeinsam mit Spitzenvertretern der deutschen Wirtschaft, mit Wissenschaftlern sowie mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und mit den Olympiasiegern Andreas Kuffner, Florian Mennigen und Jonas Reckermann in der Deutschen Bank in Berlin die Initiative „Sprungbrett Zukunft – Sport & Karriere“ gestartet. Mit der Initiative möchte die Stiftung die langfristige Ausweitung der Athletenförderung weiterhin gewährleisten und die berufliche Situation der Athleten nach der sportlichen Karriere besser absichern.

 

Mit der vernetzten Initiative „Sprungbrett Zukunft – Sport & Karriere“ wird die deutsche Wirtschaft dazu aufgerufen, die Deutsche Sporthilfe bei ihren Bemühungen zu unterstützen, den deutschen Spitzenathleten die Chance zu bieten, ihre sportliche Karriere zu verfolgen, ohne gravierende Nachteile bei der beruflichen und persönlichen Entwicklung zu befürchten. Dies soll erreicht werden durch:

 

- Schaffung von vier- bis sechswöchigen Kurzzeitpraktika in Unternehmen, mit Rücksicht auf die sportlichen Verpflichtungen der Sportler

- Möglichkeiten einer Kennwortbewerbung mit Gesprächsoption für ausgeschriebene Stellen für Sportler, und solche, die ihre sportliche Karriere bereits beendet haben

- Auflage eines Mentorenprogramms, mit dem Entscheider aus der Wirtschaft Begleiter und „Sparringspartner“ junger Athleten werden

 

Mehrere Studien der Deutschen Sporthochschule Köln im Auftrag der Sporthilfe zeigen, dass die Erfolge deutscher Spitzensportler unserem Land gut tun: Zwei Drittel aller Deutschen sind „glücklich“ und „stolz“, wenn deutsche Sportler internationale Medaillen gewinnen. Und für 93 Prozent der jungen Deutschen sind Spitzensportler hinsichtlich ihres Leistungswillens und ihrer Leistungsbereitschaft Hoffnungsträger und Vorbilder.

 

Die Risiken der Spitzensportkarriere bleiben jedoch bei den Sportlern: Der durchschnittliche Sporthilfe-Athlet lebt von 626 Euro - bei einer 60-Stunden-Woche. 57 Prozent der Athleten leiden unter Existenzängsten, viele sehen sich für Fehlverhalten gefährdet und nur unzureichend gerüstet für die Zeit nach dem Sport.

 

„Die Ziele der Initiative sind einfach zu erreichen, wenn wir alle zusammen unseren Athleten zur Seite stehen und die Kraft der deutschen Wirtschaft mobilisieren. Zusammen bewirken wir auf diese Weise eine substantielle Zukunftssicherung für unsere Spitzensportler“, heißt in einem gemeinsamen Aufruf von Jürgen Fitschen, dem Co-Vorsitzenden des Vorstands der Deutschen Bank, Prof. Dr. Dieter Hundt, dem Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, sowie Werner E. Klatten, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Deutschen Sporthilfe. Klatten ergänzt: „Die Sporthilfe verbindet mit Sprungbrett Zukunft auch einen Appell an die gesamte deutsche Wirtschaft, sich im Kuratorium der Stiftung zu engagieren.“

 

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich unterstützt die Initiative der Deutschen Sporthilfe: „Für die Athletinnen und Athleten ist die Sporthilfe-Initiative ‚Sprungbrett Zukunft‘ ein wertvoller Baustein in der Förderung ihrer dualen Karriereplanung. Die Aus- und Weiterbildung unserer Eliten ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Ich bin froh, dass die Sporthilfe diese Herausforderung so klar formuliert, um möglichst viele dafür zu gewinnen, sich bei dieser Aufgabe zu engagieren, finanziell und ideell. Denn wir brauchen auch weiterhin sportliche Vorbilder.“

 

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Sporthilfe, Dr. Michael Ilgner, unterstreicht den pragmatischen Ansatz der Initiative: „Wir haben in der Vorbereitung von „Sprungbrett Zukunft“ geförderte Athleten nach ihrem derzeitigen Berufsstand abgefragt sowie nach ihrem grundsätzlichen Interesse an neuen Angeboten. Schon vor Start unserer Initiative haben mehr als die Hälfte der geförderten Schüler und Studenten explizit den Wunsch geäußert, auf diese Programme in Zukunft zurückgreifen zu wollen.

 

Wir werden keine Garantien schaffen. Das passt auch nicht zu einer offenen und wirtschaftlich ausgesprochen erfolgreichen Gesellschaft mit hohen Anforderungen. Wir wollen neue Optionen schaffen, mit Flexibilität und Verständnis unseren Athleten einen Ausgleich bieten für ihre Inanspruchnahme durch die Gesellschaft. Wir suchen keine Bevorzugung, wir suchen faire Chancen für Athleten auf dem Arbeitsmarkt.“

 

 

Stimmen zur Initiative „Sprungbrett Zukunft“

 

Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutsche Bank AG:

 

„Deutsche Top-Athleten begeistern weltweit mit ihren sportlichen Erfolgen. Sie sind Leistungsbotschafter und tragen entscheidend zu einem positiven Bild Deutschlands in der Welt bei. Sportlicher Erfolg ist aber nicht nur eine Frage des Talents, sondern ist zudem harte Arbeit. Dies parallel mit einer akademischen Laufbahn oder einer beruflichen Ausbildung zu vereinbaren, ist für viele Athleten eine große Herausforderung. Hier muss die Förderung der deutschen Sportler ansetzen. Denn je früher sich die Athleten mit dem Beruf ein weiteres, wichtiges Standbein aufbauen und Perspektiven nach der Sportkarriere schaffen, desto besser. Deshalb unterstützt die Deutsche Bank die Initiative ‚Sprungbrett Zukunft‘ der Deutschen Sporthilfe.“

 

Prof. Dr. Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände:

 

„Ohne ausgeprägte Teamfähigkeit, Leistungsorientierung, Eigeninitiative und ein hohes Maß an Motivation erreicht niemand einen Platz auf dem Treppchen. Dies sind auch für Unternehmen zentrale Kriterien bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Qualifizierte Fachkräfte werden vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung dringend gebraucht. Sportlern die Chance auf eine Karriere nach der aktiven Zeit zu geben, ist deshalb nicht nur Teil gesellschaftlicher Verantwortung, sondern auch im Interesse der Wirtschaft.

 

Unser gemeinsames Ziel ist es, den Leistungssportlern gute berufliche Perspektiven zu bieten. Es ist entscheidend für den späteren Erfolg, dass Sportler frühzeitig mit einer beruflichen Ausbildung oder einem Studium den Grundstein für die berufliche Karriere nach dem Spitzensport legen. Ich werbe dafür, dass möglichst viele Betriebe ihren Beitrag dazu leisten, die Sportler für die „Karriere danach“ fit zu machen."

 

Werner E. Klatten, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Sporthilfe:

 

„Die Sporthilfe ist überzeugt, dass unsere Initiative die Themen Athletenförderung und –Unterstützung stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken und so mehr Verständnis für den Alltag von Spitzenathleten wecken wird. Die Sporthilfe verbindet mit Sprungbrett Zukunft auch einen Appell an die gesamte deutsche Wirtschaft, sich im Kuratorium der Stiftung zu engagieren.

 

Wir haben die Erfahrung gemacht: Den Athleten steht ihrer hohen Leistungsbereitschaft im Sport wie in der Ausbildung noch immer keine angemessene Förderung für ihre spätere berufliche Zukunft gegenüber. Unsere Nationalen Förderer und Partner gehen voran, aber sie brauchen viele Nachahmer. Der Spitzensport ist unverändert ein faszinierender Bereich unseres Lebens. Wir müssen die Herausforderungen hochbegabter junger Menschen inmitten unserer Gesellschaft ernst nehmen. Denn wir brauchen Vorbilder, aber wir bekommen sie nur, wenn wir unseren Talenten eine feste Basis schaffen.“

 

Dr. Hans-Peter Friedrich, Bundesminister des Innern:

 

„Für die Athletinnen und Athleten ist die Sporthilfe-Initiative ‚Sprungbrett Zukunft‘ ein wertvoller Baustein in der Förderung ihrer dualen Karriereplanung. Die Aus- und Weiterbildung unserer Eliten ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Ich bin froh, dass die Sporthilfe diese Herausforderung so klar formuliert, um möglichst viele dafür zu gewinnen, sich bei dieser Aufgabe zu engagieren, finanziell und ideell. Denn wir brauchen auch weiterhin sportliche Vorbilder.“

 

Dr. Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes:

 

 

„Das DOSB-Präsidium hat erst im März ein Zehn-Punkte-Programm zur dualen Karriere verabschiedet, das zusammen mit der Athletenkommission erstellt worden ist. Es sind Kernbereiche für dieses Programm definiert, die den Sportlerinnen und Sportler von der Schule, über das Studium oder den Beruf bis zum Karriereende und darüber hinaus begleiten sollen, damit sie möglichst ohne Zukunftsängste ihren Spitzensport betreiben können. Auf Hochleistungssportler muss gerade an den Hochschulen mehr Rücksicht genommen werden, da wünsche ich mir ein Modell wie in Amerika. Die Sportler am College und den Hochschulen sind dort Aushängeschilder. Mit ihnen profiliert sich jede Universität. Nach dem Studium sind es fehlende Praktika und berufliche Perspektiven, die Existenzängste und Scheitern verursachen könnten. Mit einem Pool von Jobbörsen, spitzensportkompatiblen Kurzpraktika in Unternehmen sowie auch mit der Hilfe staatlicher Stellen in Land und Bund will der DOSB zusammen mit der Sporthilfe dagegen halten und die Duale Karriere fördern.“

 

Jonas Reckermann, Beachvolleyball-Olympiasieger 2012:

 

„Förderung darf man nicht auf Geld reduzieren. Mehr Geld ist nicht alles, und es fließt sicher viel Geld in den deutschen Sport, nicht nur durch die Sporthilfe. Da kann man durch einen guten Einsatz sicher mehr erreichen als mit dem bloßen Aktionismus. Bei der Finanzierung meines Lehramtsstudiums half unter anderem die Unterstützung durch die Sporthilfe. Und ich weiß aus Gesprächen, dass viele andere Athleten, wie zum Beispiel die Hockey-Jungs, die Hilfe brauchen, um Studium und Sport zu vereinbaren. Da ist keiner in einer Sportförderkompanie oder beim Bundesgrenzschutz, die studieren fast alle. Da ist es wichtig, dass es eine gesonderte Unterstützung gibt. Sonst würden sie vermutlich irgendwann den Sport des Studiums wegen aufgeben müssen. Zum Glück hatte ich immer die Situation, dass ich neben der Sporthilfe Teamsponsoren hatte, um eine Basis zu haben. Eine absolute Existenzangst gab es deshalb nicht, und ich musste auch meine Eltern nie anpumpen. Doch das war eine Ausnahme und Luxussituation. Ich bin sicher, dass viele Spitzensportler irgendwann an die Schwelle kommen, an der sie genau überlegen, ob der Sport noch Sinn macht oder nun andere Prioritäten gesetzt werden müssen. Die Sportförderung hilft, beides unter einen Hut zu bekommen. Dennoch gibt es sicherlich viele Sportler, etwa in weniger bekannten Sportarten, die ihre Sportkarriere zugunsten des Studiums oder der Ausbildung früh aufgeben mussten.“

 

- Quelle/Foto: Stiftung Deutsche Sporthilfe

 

 


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