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Mittwoch, 22. Mai 2013

Willy Bogner erhält die „Goldene Sportpyramide“ 2013

Frankfurt am Main, 22. Mai 2013 – Die „Goldene Sportpyramide“ geht in diesem Jahr an Willy Bogner für sein Lebenswerk. Er erhält Deutschlands wertvollste Sportauszeichnung, die mit 25.000 Euro dotiert ist, am 31. Mai im Berliner Hotel Adlon Kempinski bei einer Benefiz-Gala für seine sportlichen wie beruflichen Leistungen, sein soziales Engagement und seine Verdienste um das Ansehen des olympischen Sports. Die Wahl erfolgt traditionell durch die bisherigen Preisträger sowie den Sporthilfe-Stiftungsrat als unabhängiger Jury. Gleichzeitig wird Bogner mit drei weiteren Sportpersönlichkeiten in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ aufgenommen, die nunmehr aus 76 Mitgliedern bestehen wird.

 

Sporthilfe-Stiftungsrat Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, Vorstandssprecher des Sporthilfe-Partners PwC, wird die Laudatio auf Willy Bogner halten, und Bundesinneninnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich wird die Laudatio auf drei weitere Neuaufnahmen zur „Hall of Fame des deutschen Sports“ sprechen, den früheren Handball-Weltmeister Joachim Deckarm sowie posthum den Fernseh-Journalisten Harry Valérien und „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn.

 

Unter den prominenten Gästen des Abends wird auch Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble sein. Die sportlichen Ehrengäste der „Goldenen Sportpyramide“ sind wie immer die „Hall of Fame-Mitglieder“: In Berlin dabei sein werden Karin Büttner-Janz, Heide Ecker-Rosendahl, Birgit Fischer, Ingrid Mickler-Becker, Ulrike Nasse-Meyfarth, Renate Stecher, Liesel Westermann-Krieg, Heiner Brand, Manfred Germar, Armin Hary, Willi Holdorf, Martin Lauer, Wolfgang Lötzsch, Helmut Recknagel und Hans Günter Winkler.

 

Bei der 14. Verleihung der „Goldenen Sportpyramide“ wird der Jazz-Trompeter Till Brönner, erfolgreichster deutscher Jazzmusiker der Geschichte, das Publikum im Saal unterhalten. Sternekoch Kolja Kleeberg übernimmt danach eine Doppelrolle: als Koch in einer Show-Küche sowie als Musiker mit seiner Band. Moderator des Abends ist Gerd Rubenbauer.

 

Nach den Ehrungen wird Innenminister Friedrich die neue, interaktive Ausstellung zur „Hall of Fame des deutschen Sports“ eröffnen.

 

Biografie von Willy Bogner (* 23. Januar 1942 in München)

 

Vielseitiges Ski-Ass und Wegbereiter moderner Sport-Medien

 

Schon rund drei Jahrzehnte vor dem Siegeszug des Internets hat Willy Bogner filmisch weltumspannende Phänomene geschaffen und damit vor allem dem Skisport ungeahnten Schub gegeben. Er muss gleichermaßen als Vorreiter von Extremsport auf Ski und Snowboard gelten wie von dessen faszinierender medialer Umsetzung, wie man sie heutzutage tausendfach auf YouTube und ähnlichen Internet-Kanälen sehen kann.

 

Mit seinen Ski-Aktionsfilmen wie mit Arbeiten für andere Regisseure, unter anderem der James-Bond-Filme, hat Bogner es nicht nur selbst zu weltweiter Bekanntheit als Filmer und Unternehmer gebracht, er hat auch den Boden bereitet für die emotionale, unterhaltsame Darstellung von (Winter-)Sport, von der Athleten ebenso profitieren wie Verbände, Sender und Unternehmen. Dass er eine starke (Welt-)Marke Bogner geschaffen hat, soll nicht verschwiegen werden, aber er trug und trägt auch zur Markenbildung vieler anderer Protogonisten des Sports bei. Die Verbindung von Spitzensport und Geschäft, von Hochleistungssport und Glamour ist bei Bogner eng und nachhaltig, was die Ausstattung der deutschen Olympiamannschaften alle Jahre aufs Neue belegt. Er definiert seine Marke, die für Sport und Hochwertigkeit steht, mit olympischen Werten: Exzellenz, Respekt, Ehrlichkeit. Mit seiner privaten Film-Leidenschaft hat aber auch einen „Kult“ erzeugt, von dem seine Firma heute lebt.

1960 filmte Willy Bogner bei den Olympischen Spielen in Squaw Valley und fand einen Platz, an dem er sich ebenso wohlfühlte wie im Schnee: hinter der Kamera. Seitdem sind Tausende Fotografien und bald 40 Filme entstanden, darunter „Feuer und Eis“ (1986), den er mit seiner Produktionsfirma realisierte und der zum erfolgreichsten deutschen Sportfilm wurde.

 

Für „Ski-Faszination“ oder „Ski-Vision“ erfand Bogner das choreografierte Skifahren, nutzte dabei immer den neuesten Stand der Technik, bereitete neuen Seherlebnissen den Weg: Seinen ersten Dokumentarspielfilm drehte er in den 1960er-Jahren in Cinemascope. Der Dokumentarspielfilm „Ski Faszination“, 1964 mit 27 Olympiasiegern und Weltmeistern gedreht, fand internationale Anerkennung. In den Filmen ließ er seine vielen Freunde aus dem Skisport auftreten ließ, darunter Fritz Wagnerberger, seinen späteren langjährigen Finanzchef (und Präsidenten des Deutschen Ski-Verbandes). 2000 brachte er mit „Ski to the Max“ den ersten deutschen Imax-Film in die Kinos, er ist auch ein Pionier bei digitalen Techniken.

 

Aber auch einen Erfolgs-Menschen wie Willy Bogner treffen Schicksals-Schläge. Bei Aufnahmen zu einem Ski-Film am 12. April 1964 im Engadiner Val Selin werden seine Freundin Barbi Henneberger und der US-Ski-Star Buddy Werner von einer Lawine verschüttet. Beide können nur noch tot geborgen werden.

 

In gleich drei Bereichen hat Willy Bogner in seinem Leben Besonderes geleistet, was sich auch in den vielen Ehrungen aus unterschiedlichen Bereichen dokumentiert: in den 1960er Jahren als herausragender Skisportler, später als Geschäftsführer des Familienunternehmens für Sportbekleidung sowie als Produzent, Regisseur und Kameramann von Skifilmen.

 

Seine sportliche Karriere begann 1960 kometenhaft mit dem Sieg als erster Deutscher bei der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen/Schweiz. Bei den Olympischen Spielen 1960 in Squaw Valley führte er als 18-Jähriger im Slalom nach dem ersten Durchgang, schied aber im zweiten Lauf aus. 1964 war er nochmals Olympia-Teilnehmer. Top-Platzierungen bei Weltmeisterschaften folgten, doch eine Medaille bei einer großen internationalen Meisterschaft war ihm nicht vergönnt. 1967 beendete er seine Sportlerkarriere.

 

1970 stieg Willy Bogner in die von seinen Eltern gegründete Sportmodenfirma ein, deren Leitung er 1977 übernahm und die heute eine Weltmarke mit über 700 Mitarbeitern ist. Seit 1936 rüstet Bogner die deutschen Mannschaften bei den Olympischen Winterspielen aus. Bogner engagiert sich seit 1989 im Kuratorium der Stiftung Deutsche Sporthilfe, in deren Vorstand er von 1992 bis 1998 mitwirkte. 2007 erhielt er die „Pyramide der Ehre“ für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement. Seine Tätigkeit als ehrenamtlicher Vorsitzender der Geschäftsführung der Bewerbungsgesellschaft Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018 musste er nach zehn Monaten im September 2010 aus gesundheitlichen Gründen niederlegen.

 

 

Auszeichnungen:

•     Bayerischer Verdienstorden (2008)

•     Woodrow Wilson Award (2008)

•     Bayerischer Sportpreis (2006)

•     Bundesverdienstkreuz am Bande (1995)

•     Bayerischer Filmpreis (1986)

•     Bambi (1985)

 

Sportliche Erfolge:

•     Olympia-Neunter 1960 und 1964, Ski Alpin Abfahrt

•     WM-Vierter 1966 Slalom

•     WM-Fünfter 1966 Kombination

•     Sieger Lauberhorn-Abfahrt 1960

 

- Quelle/Foto: Stiftung Deutsche Sporthilfe


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